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Geschichtliches


Man schrieb das Jahr 1873, als der Schlosser Carl Heinrich Schäfer im kleinen ostsächsischen Dorf Ohorn eine Firma zur Herstellung von Textilmaschinen gründete. Die Firma blieb lange Zeit ein kleiner Handwerksbetrieb mit 3 - 5 Beschäftigten und baute zunächst Bandwebstühle, vornehmlich aus Holz. Firma Schäfer

Nach dem frühen Tod des Gründers übernahm sein Sohn Max Schäfer diese kleine Firma und vergrößerte sie zielstrebig. Es wurden Bandwebstühle und Spulmaschinen modernster Konstruktion gefertigt, die schon hohe Ansprüche an moderne Textilmaschinen rechtfertigten. Sehr viele Patente wurden realisiert und der Werkstoff Holz war nur noch auf wenig Baugruppen beschränkt. Die ständige Modernisierung dieser Textilmaschinen erforderte schließlich in den Jahren 1928/1929 den Einsatz von Zahnrädern. Dies war praktisch die Geburtsstunde des Getriebebaues in der Firma C.H. Schäfer. Gleichzeitig wandte sich Max Schäfer immer mehr dem Getriebebau zu und meldete aufsehenerregende Patente für ein C. H. Vielstufenlastschaltgetriebe an. Es setzte eine sehr stürmische Entwicklung der Firma ein. Die Textilmaschinen gerieten in den Hintergrund. Hauptproduktion waren nun Zahnräder und Getriebe. Gleichzeitig wurden Kegelradsätze und Getriebe für die damals zahlreich in Sachsen beheimateten Automobilwerke gefertigt.

Bei Kriegsausbruch arbeiteten ca. 200 Beschäftigte in der Firma. Leider wurde der Betrieb in den letzten Kriegstagen zu ca. 96% zerstört. In bewunderungswürdiger Leistung bauten 40 Beschäftigte die vielen verbrannten Maschinen mit eigener Kraft wieder auf. Auch die Gebäude wurden zunächst mit primitiven Mitteln wieder hergestellt. Die Firma erlangte als Zahnrad- und Getriebehersteller bereits 1953 in der damaligen DDR wieder eine große Bedeutung und hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 200 Mitarbeiter. Die schweren Jahre in der Anfangszeit der DDR verhinderten zunächst eine weitere Modernisierung.

1969 wurde die Firma C. H.Schäfer enteignet und die Betriebsleiter Karl und Gerhard Schäfer entlassen. In der Zeit als volkseigener Betrieb wurde die Firma erweitert und hatte nunmehr 260 Beschäftigte.

1991, nach der politischen Wende in Deutschland, erfolgte die Reprivatisierung durch die Familie Schäfer. Als Geschäftsführer fungiert seit dieser Zeit Herr Dr.-Ing. Günter Schäfer. Nach der Reprivatisierung ging die Beschäftigtenzahl zunächst auf 90 zurück und stieg in den Folgejahren zusammen mit dem ebenfalls in Ohorn etablierten Unternehmen Getriebe-Schäfer GmbH wieder auf 160 an. Gleichzeitig wurden sehr große Investitionen getätigt, so daß die Firma heute über modernste Ausrüstungen für die Drehbearbeitung, den Verzahnungsprozeß, den Härtereiprozeß, den Schleifprozeß sowie die Gehäusebearbeitung verfügt. Ebenso wurden auf dem Gebiet der Fertigungsmeßtechnik bedeutende Investitionen realisiert.